PV-Anlagen

Planung und Umsetzung Deiner PV‑Anlage im Selbstbau

Eine Photovoltaikanlage selbst zu planen und große Teile selbst umzusetzen, ist für viele technisch versierte Menschen eine attraktive Option. Du sparst Kosten, behältst die volle Kontrolle über Komponenten und Ausführung und lernst dein System bis ins Detail kennen.
Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine PV‑Anlage selbst planst, vorbereitest und montierst – und wo zwingend ein Elektriker übernehmen muss.


1. Standortanalyse: Eignet sich Dein Dach für eine PV‑Anlage?

Ausrichtung und Neigung

  • Optimal: Süd, 30–35°
  • Sehr gut: Ost/West, 10–25°
  • Möglich: Norddächer mit flacher Neigung

Weiterführend:

Verschattung prüfen

  • Bäume, Kamine, Gauben
  • Schattenverlauf über den Tag beobachten
  • Bei Teilverschattung: Optimierer oder Modulwechselrichter einplanen

Weiterführend:

  • Photovoltaikforum: Optimierer – ja oder nein?

Dachzustand

  • Dach muss tragfähig und dicht sein
  • Bei älteren Dächern: Sanierung vor PV‑Montage sinnvoll

Hilfreiches Tool:


2. Dimensionierung: Wie groß sollte Deine PV‑Anlage sein?

Die wichtigste Regel lautet: So groß wie möglich, solange Dachfläche, Budget und Netzanschluss es zulassen.

Warum groß sinnvoll ist

  • PV‑Module sind günstig wie nie
  • Fixkosten bleiben gleich, egal ob 6 oder 12 kWp
  • Mehr Eigenverbrauch durch Wärmepumpe, E‑Auto, Speicher
  • Bessere Wirtschaftlichkeit pro kWp
  • Weitgehende Autarkie auch im Winter

Die „magischen Schwellenwerte“ – absolut entscheidend

Diese Grenzen bestimmen u. a.:

  • Netzanschlussverfahren
  • NA‑Schutz
  • Rundsteuerempfänger
  • Einspeisemanagement
  • Messkonzept
  • Kosten beim Netzbetreiber

Pflichtlektüre:

Typische DIY‑Größen

  • Einfamilienhaus: 8–15 kWp
  • Mit E‑Auto oder Wärmepumpe: 12–20 kWp
  • Speicher optional, aber nicht zwingend

Weiterführend:


3. Komponentenwahl: Welche Teile brauchst Du wirklich?

Module

  • 400–450 Wp Standard
  • Glas‑Glas für maximale Haltbarkeit
  • Achte auf gute Garantien und Verfügbarkeit

Weiterführend:

Wechselrichter

  • String‑WR: effizient, günstig
  • Optimierer: bei Verschattung
  • Modulwechselrichter: bei komplexen Dächern

Weiterführend:

Unterkonstruktion

  • Dachtyp beachten (Ziegel, Blech, Flachdach)
  • Hochwertige Schienen & Haken verwenden
  • Statik nicht unterschätzen

Weiterführend:

Batteriespeicher (optional)

  • 5–15 kWh
  • DIY‑freundlich: Systeme mit klarer Dokumentation

Weiterführend:


4. Was Du selbst machen darfst – und was nicht

Das darfst Du selbst machen

  • Planung
  • Materialbeschaffung
  • Unterkonstruktion montieren
  • Module verlegen
  • DC‑Kabel ziehen
  • Kabelkanäle vorbereiten
  • Wechselrichter montieren (ohne Anschluss)

Das darf nur ein Elektriker

  • AC‑Anschluss
  • Zählerschrankarbeiten
  • Netzanschluss
  • Inbetriebnahme
  • Messprotokolle

Weiterführend:


5. Netzanschluss & Genehmigungen

Vor Installation

  • Anmeldung beim Netzbetreiber
  • Datenblätter von Modulen & WR einreichen

Nach Installation

  • Inbetriebnahmeprotokoll
  • Eintrag im Marktstammdatenregister
  • Zählerwechsel durch Netzbetreiber

Weiterführend:


6. Montage

Typischer Ablauf

  1. Gerüst stellen
  2. Dachhaken setzen
  3. Schienen montieren
  4. Module verlegen
  5. DC‑Kabel ziehen und beschriften
  6. Wechselrichter montieren
  7. Elektriker schließt AC‑Seite an
  8. Inbetriebnahme

Werkzeug, das Du brauchst

  • Akkuschrauber
  • Drehmomentschlüssel
  • Crimpzange für MC4
  • Multimeter
  • Sicherheitsgeschirr

Weiterführend:


7. Dokumentation & Abnahme

Wichtige Unterlagen

  • Schaltplan
  • Stringplan
  • Prüfprotokolle
  • Datenblätter
  • Fotos der Installation

Weiterführend:


8. Betrieb & Optimierung

Monitoring

  • Wechselrichter‑App
  • EMS‑System
  • Eigenverbrauch optimieren

Wartung

  • Sichtprüfung jährlich
  • Reinigung nur bei starker Verschmutzung

Versicherung

  • PV‑Versicherung oder Erweiterung der Wohngebäudeversicherung
  • Optional: Ertragsausfallversicherung

Weiterführend:


Fazit: Selbstbau lohnt sich – wenn Du gut planst

Eine PV‑Anlage im Selbstbau ist absolut machbar, wenn Du:

  • technisch versiert bist
  • sorgfältig planst
  • hochwertige Komponenten nutzt
  • einen Elektriker für die AC‑Arbeiten einbindest

Du sparst Kosten, lernst Dein System kennen und baust Dir echte Energie‑Unabhängigkeit auf